Das Schach-Prinzip

Ich träumte, ich ginge wieder zur Schule. Aber nicht irgendeine Schule, sondern eine ganz besondere. Die Klassen waren klein, die Lehrer geduldig. Nach Talenten und Begabungen wurde aktiv gesucht, um sie zu fördern und uns Kindern zu zeigen: „Darin seid ihr gut. Wirklich, wirklich gut.“ Natürlich gab es dann noch den gewöhnlichen Unterricht, wir lernten zu lesen, zu schreiben, zu rechnen, wie es in Fröschen aussieht und wie man einen im Werkunterricht angesägten Daumen verarztet.
Doch das mit Abstand beeindruckendste war die Eingangshalle, ein riesiges Schachbrett, auf dem einige wenige Figuren wild verteilt standen, wie in einem ewig andauernden Patt. Jede Figurenart war vertreten: Bauern, denen die jüngsten Schüler gerade einmal in die Augen sehen konnten, mannshohe Türme, Springer und Läufer und alles und jeden überragende Damen und Könige. An diesem gigantischen Schachbrett schien man nicht gespart zu haben. Die weißen Felder und Figuren waren aus reinem Marmor, die schwarzen aus purem Obsidian.
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