Liebe Leser!

Es freut mich außerordentlich, dass ihr so zahlreich Teil hattet an der allesübertönenden … Stille. Ja, es war ruhig hier das erste Viertel von 2015. Viel zu ruhig. Hier zum Warum: Es ist noch nicht ganz ein Jahr her, da habe ich mir in den Kopf gesetzt, ich wolle unbedingt meinen Bachelor in Publizistik- und Kommunikationswissenschaft zu Ende bringen. Damals waren noch zwölf Prüfungen übrig und die Deadline meiner zweiten Bakk-Arbeit rückte näher und näher. Die Arbeit ist inzwischen abgegeben; von den Prüfungen stehen die letzten drei vor der Tür. Besonders die letzten Prüfungen haben mich ziemlich geplagt. Der März war für mich als Student die Hölle. Für mich als Mensch war’s auch nicht leicht. Für mich als Autor, als Geschichtenerzähler hingegen …
Ich kriege am laufenden Band Signale, dass genau das der richtige Weg für mich ist. Am 21. März hatte ich die Ehre, beim Open Stage Event des Vindragona Festivals für Phantastik zwei meiner Texte vorzutragen – erst Ich bin Autor, danach Der gute Geist in der Damentoilette.
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Der Morgenzombie

Weckerbimmeln
reißt aus schönem Traume.
Die Ohren klingeln.
Es folgt Geraune.

Ächzend geht‘s in die Höhe.
Mit der Hand ein Schlag
ist’s End der Töne.
Nun beginnt der Tag.

Mit düstren Grabestönen,
lautem Jammern, lautem Stöhnen,
erfüllt er wie jeden Morgen
Körpers Pflicht und Sorgen.

Fertig angezogen und wenig heiter,
mit Ächzen schlurft er weiter,
vorbei an der Lade – Aufschrift „Tee“,
reißt weit den Mund auf, schreit: „KAFFEE!“

Nach einer Tasse, nach zwei, nach drei,
wird der Geist vom Schlafes Nebel frei.
Zieht los als Mensch, zieht los als Mann.
Doch morgen fängt er neu als Zombie an.

RdS – Kapitel VIII: Garve

Seine Lunge brannte, seine Beine und sein Rücken schmerzten und sein Seitenstechen hätte nicht schlimmer sein können. Mit jedem weiteren Schritt protestierte sein ganzer Körper, schrie nach Ruhe, nach Schlaf. Aber es trieb ihn weiter, fort von Lichtung und Dämon. Drei Tage war Garve schon auf der Flucht – oder waren es vier? Sie verschmolzen immer mehr zu einem einzigen. Und die Nächte … an die dachte er am liebsten gar nicht erst. Er marschierte ohne lange Pausen. Wenn er doch einmal einschlief, wurde er im Traum von der Kapuzengestalt gejagt, mit … was auch immer es für eine Waffe war. In seinem letzten Traum war daraus ein Schwert aus schwarzen züngelnden Flammen geworden, mit dem seine Freunde abgeschlachtet worden waren. Ein Schauer lief ihm über den Rücken und er warf einen nervösen Blick über die Schulter. Das Gebirge hatte er inzwischen längst hinter sich gelassen und folgte nun dem Fluss Riam nach Süden. Trotzdem fühlte er sich immer noch beobachtet. Weiterlesen

Reich der Schatten

Ellyberim ist ein Reich, das in Frieden lebt, in Freiheit, in Sicherheit – Illusionen, allesamt. Nichts ist, wie es scheint. Was für Athyrrim, einem Attentäter des Ordens der Schatten, bereits eine alltägliche Gewissheit ist, müssen die Geschwister Aureon und Elyna Windläufer erst herausfinden. Ein Lächeln kann Intrigen verbergen, ein Händeschütteln kann einen Dolchstoß einleiten. Das Land wird in Wahrheit immer unsicherer – aus Streitigkeiten werden Konflikte, hinter jeder Ecke droht der Tod und kaum jemand kann noch Freund von Feind unterscheiden. Aureon und Elyna drohen alles zu verlieren: Heim, Familie und Leben.
Können sie den schleichenden aber scheinbar unausweichlichen Untergang abwenden? Können sie gegen den Orden der Schatten bestehen und seinen geheimen Meister bezwingen?


Bisher erschienen:

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Hahnengesang

Früh morgens war’s, die Sonne kaum am Himmel,
da freute sich der Hahn, der Schlingel.
Kaum reckte zum Krähen er den Hals, den stolzen,
traf ihn auch schon ein Armbrustbolzen.
„Heut nicht, heut schlaf in Ruh ich weiter.“,
sprach der Bauer, war frohgemut und heiter,
mit Freud aufs Abendessen ging er zu Bett,
denn der Hahn war wohlgenährt und fett.
Und um draus eine Lektion fürs Leben noch zu schaffen:
Bist des Seins du nicht müd, dann lass mich schlafen!

RdS – Kapitel VII: Elyna

Der Regen hüllte die Welt in einen grauen Vorhang. Straßen und Wege verwandelten sich in Schlammpfützen, Felder und Wiesen waren so aufgeweicht, man fürchtete schon, darin zu versinken.
Elyna aber trieb es gerade in den Regen, auf die Wiesen und Felder – fort von Tistron. Wohin sie überhaupt reiten wollte, wusste sie selbst nicht. Hauptsache weg. Weg von der Burg, weg von der Stadt und vor allem weg von schlechten Nachrichten und den bedrückten Mienen, die mit ihnen einhergingen.
Ein Blitz tauchte die ertrinkende Welt um sie herum in weißes Licht. Sie ließ das Pferd anhalten, rieb sich die Augen, doch außer Weiß konnte sie nichts erkennen. Aber hören konnte sie etwas: Erst nur Gelächter, dann auch Musik und schließlich fand sie sich auf einem der Tische im heiteren Steuereintreiber wieder. Es war der Nachmittag vor der alles verändernden Botschaft. Elyna lachte und tanzte und das Leben war schön. Bis die Tür der Taverne aufflog und der Herold ihres Vaters hereinstürmte – blasser als ohnehin schon.
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Ode an die Nacht

Muss die Nacht denn Schrecken sein?
Ist nicht gerade dann die Freiheit mein?

Sie bietet Blick auf Lichtermeere,
ob am Himmel oder auf der Erde,
vom Menschen halb zum Tag verwandelt,
so wird sie doch als Nacht behandelt.

Lässt uns sein, wer wir sein wollen,
zwingt uns nicht in Alltags Rollen,
sagt nicht, was wir tun und lassen sollen,
sondern lässt uns nach Belieben tollen.

Kann ich nicht im Dunkeln gehn,
von neugiergen Augen ungesehn,
kann ich nicht gestalten meine Reise,
wie ich’s wünsch in Ziel und Weise,
bin ich dabei nicht ungestört,
mit Vorsicht gar ungehört?
Wozu Angst und Sorge vor der Nacht,
ist sie’s, die erst vieles möglich macht.