Der Albtraum

Stell dir vor, du gehst eines Abends zu Bett, schläfst ein und findest dich auf einem nächtlichen Ozean wieder. Du blickst nach unten und erkennst: Du stehst mit nackten Füßen direkt auf der Wasseroberfläche. Und obwohl die Wellen auf und ab gehen, dich mehrere Meter heben und senken und die Gischt dir ins Gesicht spritzt, gehst du nicht unter. Du siehst dich um. Um dich herum erstreckt sich die wabernde, schwarze See, die nur schwach von einem wolkenverhangenen Vollmond beleuchtet wird. Letztlich entdeckst du in der Ferne die Umrisse einer Insel, die wie ein Berg aus dem Ozean ragt. Auf ihrem Gipfel steht ein Haus, das in gleißend helles, Rettung versprechendes Licht getaucht ist.
Du gehst darauf zu, erst langsam, dem unruhigen „Boden“ misstrauend, dann schneller, verzichtest aber – um das Gleichgewicht zu halten – darauf zu laufen. Nach einer Weile kommt es dir vor, als würde die See mit jedem weiteren Schritt ein wenig rauer. Du drosselst dein Tempo, wirst zwar hin und her geschleudert, gehst aber weiter – bis du plötzlich ein tiefes Knurren unter der Wasseroberfläche hörst.
Du blickst dich erneut um, erkennst zunächst nichts. Dann aber taucht gut zehn Meter zu deiner Rechten eine riesige, gerippte Rückenflosse auf und wieder unter. Du hältst zunächst inne, als dann jedoch die Geräusche näher kommen und auch lauter werden, rennst du los.
Wenig später schießt keine fünf Meter zu deiner Linken eine gewaltige Fontäne aus dem Wasser. Der Wal – es ist doch ein Wal? – folgt dir. Du beschleunigst, fällst ein paar Mal fast, fängst dich aber stets wieder. Die Insel kommt in immer greifbarere Nähe. Nun glaubst du sogar, im Mondlicht einen Strand zu erkennen. Land! Rettung! Du rennst so schnell du kannst, und bremst gerade noch rechtzeitig, als eine Schwanzflosse von der Größe eines Wagens vor dir aus dem Wasser schnellt, wieder hinab peitscht und dich unter Wasser reißt.
Der Sog schleudert dich herum. Aus oben wird unten, aus links wird rechts und ein gewisser Druck in der Lunge erinnert dich daran, dass du Luft zum Atmen brauchst.
Endlich entdeckst du eine leuchtende Kugel in der Ferne – der Mond! Du paddelst und strampelst nach Leibeskräften, dem Mond, der Luft entgegen, als plötzlich rings um dich Blasen aufsteigen. Du blickst nach unten und siehst gerade noch, wie ein riesiges offenes Maul auf dich zu schnellt.
Es schnappt zu. Du wirst in absolute Dunkelheit gehüllt. Und die Luft wird knapp.


Und dann? Wie soll die Geschichte für euch weitergehen? Oder enden? Schreibt mir eure Fortsetzungen in die Kommentare!

Ein Gedanke zu “Der Albtraum

  1. Der Schluss hat mich an das Video von Woodkid erinnert.
    Ab ca. Minute 4:00 mit dem Wasser.

    Generell ist es eines der besten Musikvideos, die ich kenne:

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